Bericht über die Jahrestagung des Verbandes kurdischen Ärzte in Deutschland

 

Die Jahrestagung des Verbandes kurdischer Ärzte in Deutschland hat am 22.11.2014 an der Freien Universität Berlin stattgefunden. 27 Ärztinnen und Ärzte, 15 Medizinstudenten und zehn Gäste haben an der Tagung teilgenommen.

 

Die Jahrestagung wurde mit der Begrüßung durch den 1. Vorstandsvorsitzenden Abdalbary Mihmmud eröffnet, der die Beschlussfähigkeit der Mitgliederversammlung feststellte und die Mitgliederversammlung nachträglich offiziell eröffnete. Er sprach seinen Dank für die Mitwirkung des Vorstandes und der Mitglieder bei der Vereinsarbeit aus. Anschließend begann das wissenschaftliche Programm.

Nach der Mittagspause fand die ordentliche Mitgliederversammlung statt. Dabei wurde der Einsatzbericht durch den 2. Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Hüseyin Bektas vorgestellt.

Der Tätigkeitsbericht 2014 wurde wie folgt vorgestellt:

1. Teilnahme am Mesopotamischen Medizinkongress in Mardin (15. - 17. Mai): 700 Ärzte, Zahnärzte, Apotheker und Medizinstudenten aus aller Welt haben am Kongress teilgenommen. Es wurden mehr als 60 Vorträge in Kurdisch und Aramäisch gehalten. Mit der Kooperation der Medizinischen Hochschule Hannover und Mardin Artuklu Universität wurde eine erfolgreiche Veranstaltung organisiert. Der 2. Vorstandsvorsitzende unseres Vereins, Prof. Dr. med. Hüseyin Bektas, hat als Präsident des Kongresses erfolgreiche Arbeit geleistet. Zusätzlich hielten Dr. dent. Abdalbary Mihmmud, Dr. med. Şükri Güler und Dr.med Gülistan Saribas erfolgreiche Vorträge. Der Verband beteiligte sich mit einer Summe von 2000 € an den Kosten des Kongresses.

2. Der medizinische Einsatz in Südkurdistan vom 19. August bis zum 1. September nach dem Angriff der Terrormiliz IS auf Shengal: Eine Delegation von etwa zehn Ärzten aus Schweden und Deutschland hat zusammen mit Ärzten des Mesopotamischen Medizinkongresses aus Nordkurdistan in Südkurdistan Flüchtlingscamps in Zakho, Duhok und Lalesh besucht und dort mit mobilen Wagen Flüchtlinge untersucht bzw. behandelt. Durch die Zusammenarbeit mit dem Zentralrat der Yeziden und MEDEOR (www.medeor.de) wurde eine Ladung Medikamente gesammelt.

3. Planung von weiteren Projekten zur Unterstützung der Flüchtlinge in verschiedenen Camps und Wohnorten durch Spenden von Medikamenten, Winterkleidung sowie Fachpersonal vor Ort

4. Besuch des Flüchtlingcamps in Suruc und von Flüchtlingen aus Kobane während des Opferfest zwischen dem ersten und neunten Oktober: Neben Babynahrung und Windeln wurden auch neue Kleidung für die Kinder zum Opferfest gekauft. Außerdem wurden medizinische Geräte für behinderte Menschen gekauft.

5. Beteiligung am Kauf von Wohncontainern für Flüchtlinge aus Kobane/Shengal in Diyarbakir im Wert von 28.000 €.

6. Start einer Spendenaktion von Medikamenten und Geldern für Rojava Anfang Februar 2014: Erfolgreiche Sammlung und Übergabe der Spende in März und Oktober.

7. Regelmäßige Vorstandssitzung ein Mal monatlich: Diskussion über die Projekte und Aktivitäten sowie die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen.

8. Die Betreuung von Medizinstudenten, Auszubildenden sowie Arztkollegen aus Kurdistan in Deutschland (Gastarzttätigkeit, Praktisches Jahr etc)..

9. Regelmäßiges Versenden von Informationen über den aktuellen Stand des Verbandes an Mitglieder und Kollegen bundesweit.

10. Änderung und regelmäßiges Update der Homepage www.kurdish-doctors.com.

11. Unterstützung der Sachspendenaktion des Komitees zur Unterstützung kurdischer Flüchtlinge e.V.: Es wurden 7500 € für Transportkosten gespendet.

Die Berichterstattung über die Finanzlage wurde von Kassenwart Herrn Saeed wie folgt vorgestellt:

1. Besorgung von drei Container mit Kühleigenschaften (bis etwa 18-20°C) und zwei Container für eine Kühlung bis auf 4°C zur Lagerung von Medikamenten für 82.000 US $.

2. Einsatz von Inkubatoren und Phototherapieeinheiten für Säuglinge im Kinderkrankenhaus Hêvi in Dohuk im Wert von 25.000 US $.

3. Kauf eines Ambulanz-/Transportfahrzeuges für Flüchtlinge und medizinisches Personals für 34.000 $.

4. Besorgung von drei mobilen Zahnarztpraxen, die in den verschiedenen Flüchtlingscamps eingesetzt werden. Die Kosten in Höhe von 31.000 $ wurden von uns übernommen.

5. Etwa sieben Tonnen Medikamente im Wert von etwa 40.000 Euro wurden in Zusammenarbeit mit MEDEOR gekauft und verschickt.

6. Wir haben für das Krankenhaus Kobane 10.000 € an die Kollegen in Suruc gesendet. Mit dem Geld wurden Thoraxdrainagen, Dauerkatheter und Bauchgurte gekauft.

7. 10.000 € wurden für die Versorgung der zehn ärztlichen Kollegen aus Kobane verschickt. Die Ärzte aus Kobane, die in Suruc für die Flüchtlinge freiwillig arbeiten, werden von unserem Verein dadurch unterstützt, dass wir monatlich je 200 € zur Verfügung stellen.

8. Es wurde insgesamt 245.000 $ für die Hilfsprojekte für Flüchtlinge in Süd-Kurdistan und 73.500 $ für die Flüchtlinge aus Kobane/Rojava in der Türkei ausgegeben.

9. Es werden 30.000 € für Wohncontainer für Flüchtlinge aus Shengal und Kobane bereitgestellt.

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Datum: 22. November 2014

Uhrzeit: 09:00 Uhr-17:00 Uhr

Adresse: Freie Universität Berlin, Seminarzentrum Raum L 116 in der Silberlaube

Otto-von-Simson-Str. 26 14195 Berlin-Dahlem U-Bhf. Dahlem Dorf  U3

 


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